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'''Glasbläser''' fertigen in einer Glasbläserei aus Halbfabrikaten, den Glasröhren und Glasstäben, künstlerische Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände, Neonröhren für Lichtreklame, Thermometer, e und kleine Gefäße. Der Schwerpunkt liegt bei der Gestaltung. Im Unterschied zum Glasmacher, der ebenfalls Glas bläst, arbeitet der Glasbläser ?vor der Lampe?, also am offenen Brenner.

Geschichte

Das ''Glasblasen vor der Lampe'' hat seinen Namen von einer Öllampe mit Blasebalg, mit deren Hilfe früher Glasstäbe erhitzt wurden, um das auf diese Weise erweichte Glas zu Perlen, Figürchen und allerlei anderen dekorativen Objekten formen zu können. Im 17. Jahrhundert hatten die Italiener diese Technik schon zur Meisterschaft entwickelt. Die ist zwar längst durch den ersetzt worden, aber der Name hat sich erhalten.

Die heute verwendeten Geräte, die mit Druckluft und Sauerstoff betrieben werden, lassen Temperaturen bis 2500 Grad Celsius zu. Dieser Fortschritt ermöglicht auch dem Künstler neue Möglichkeiten. Durch gesteuerte Zufuhr von Druckluft und Sauerstoff kann er nicht nur die Temperatur variieren, sondern die Flamme so beeinflussen, dass entweder eine oxidierende oder reduzierende Wirkung entsteht, was wiederum zu unterschiedlichen chemischen Reaktionen der verwendeten Hilfsstoffe ? Metallsalze und -oxide ? und damit zu jeweils verschiedenen Oberflächenwirkungen führt. Hinzu kommt das Aufschmelzen farbiger Glasbrösel und -fäden, was dem Lampenglasbläser eine fast unbegrenzte Palette von Möglichkeiten eröffnet. Das Verhalten verschiedener Glassorten und chemischen Substanzen in der Flamme will sorgfältig erprobt sein; oft sind lange Versuchsreihen mit wechselnden Mischungsverhältnissen nötig, ehe das gewünschte Resultat erreicht ist.

Im Dezember 2015 verkündete die .

Ausbildung

Der Beruf des Glasbläsers ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, spezialisiert in verschiedenen Fachrichtungen, wie Glasapparatebau, Kunstglasgestaltung, Christbaumschmuck, Kunstaugenherstellung etc. Die Ausbildung dauert i. d. R. drei Jahre. In der Bundesrepublik Deutschland war die damalige Fachakademie Glas, heute Berufsfachschule Glas in Lauscha federführend bei der bundesweiten Anerkennung des Ausbildungsberufes, die 1991 festgeschrieben werden konnte.

Fachrichtungen

Man unterscheidet verschiedene Fachrichtungen (manche werden nicht mehr als Lehrberuf angeboten)

  • Glasinstrumentenmacher (später Glasapparatebauer)
  • Glasapparatebauer
  • Glasbläser ? Augenprothetik (Ocularist)
  • Glasbläser ? Baumschmuckbläser
  • Glasbläser ? Baumschmuckveredler
  • Glasbläser ? Glasgerätejustierer
  • Glasbläser ? Glasgestalter
  • Glasbläser ? Thermometerbläser
  • Glasbläser ? Tieraugenformer
  • Neonglasbläser

Arbeitsmittel des Glasbläsers

  • Tisch-, Hand- oder Langbrenner (Flöte) mit Gas- und Luftzufuhr, auch in Verbindung mit weiteren verbrennungsfördernden Gasen wie z. B. Sauerstoff
  • Kohle- oder Metallauftreiber
  • Kohleplatte/Normkohle
  • Glasschneider
  • Drehbank
  • Pinzette
  • spezielle Didymium-Brille
  • Dorn
  • Blasschlauch
  • Strukturzangen

Heutige Bedeutung

Viele Forschungseinrichtungen und chemische Laboratorien beschäftigen heute Glasbläser für den Apparatebereich. Im Lauschaer Raum, Ilm-Kreis, Vogtland, in manchen Gebieten Frankens sowie in vielen anderen Teilen Deutschlands befinden sich noch selbständige Glasbläsereien, die auch für das Kunstgewerbe arbeiten.
Auch in Österreich, wie z. B. in in , und der Schweiz gibt es Kunstglas- sowie Glasapparatebläser.

Literatur

  • Georg Rendl: ''Die Glasbläser. Roman.'' 3 Bände. Pustet, Salzburg u. a. 1935?1937.

Film

  • Uwe Kassai: , SWR Fernsehen ? ''Landesschau Rheinland-Pfalz'' vom 17. August 2018 (YouTube vom 26. November 2018)

Weblinks

Einzelnachweise